In Bayern werden fast 70.000 Menschen in ihrer Wohnung - zum großen Teil täglich - von ca. 31.700 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der ambulanten Pflegedienste betreut (Zahlen aus 2007).
In Bayern gibt es ca. 1780 (Stand Ende 2007) ambulante Pflegedienste unterschiedlichster Größe. Sie werden von frei-gemeinnützigen Trägern / Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege (ca. 46,1 %), von privat-gewerblichen Trägern (ca. 52,6 %) und von öffentlichen Trägern (ca. 1,2 %) betrieben.
Die ambulante Pflege braucht genügend Ressourcen, Zeit und Geld, damit die pflegebedürftigen Bürger und Bürgerinnen zu Hause mit der notwendigen Zeit und in Würde versorgt werden können. Die ambulanten Pflegedienste in Bayern – und nicht nur dort – leiden aber schon seit Jahren darunter, dass die bestehenden Gebühren und Vergütungen für die häusliche Krankenpflege (Krankenversicherung) und für die häusliche Pflege (Pflegeversicherung) keine angemessene Finanzierung der Dienste erlauben. Die Gebühren und Vergütungen werden von Seiten der Kostenträger (Kranken- und Pflegekassen) schon seit Jahren nicht den tatsächlichen Kostenentwicklungen angepasst. In der Folge nahm und nimmt der Zeitdruck in der Pflege immer mehr zu - längst ist von "Rennpflege1" oder "Pflege mit der Stoppuhr" die Rede. Um die pflegebedürftigen Menschen nicht zu vernachlässigen, leisten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ambulanten Pflegedienste im Alltag mehr, als die Vergütungsstruktur der Kranken- und Pflegekassen bisher vorsieht: Diese Dauerbelastung geht auf Kosten der pflegebedürftigen Menschen und des Gesundheitszustandes der Pflegekräfte und ist auf Dauer nicht tragbar! Der Anteil der Ausgaben für Häuslichen Krankenpflege (Krankenversicherung) an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung betrug im ersten Quartal 2010 ca. 2 %. Im Rahmen der Pflegeversicherung erhalten etwa 1/3 der pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause versorgt werden, Leistungen von professionellen ambulanten Pflegediensten. Ambulante Pflege geht uns alle an!Früher oder später wird tendenziell jede und jeder einmal einen ambulanten Dienst in Anspruch nehmen – sei es für Angehörige oder für sich selbst. Es lohnt sich also, sich für die ambulante Pflege einzusetzen! Auf Initiative der ambulanten Pflegedienste der AWO in Bayern haben sich an vielen Orten in Bayern Pflegedienste verschiedenster Träger zusammengeschlossen, um in einer Öffentlichkeitskampagne auf die schwierige Situation der ambulanten Pflege und Versorgung aufmerksam zu machen und endlich eine Verbesserung zu erreichen! Gemeinsam für eine angemessene Vergütung ambulanter Pflege!